Stellvertretende Oberstaatsanwältin hat gekündigt

von Michael Hug (Kommentare: 0)

Bei der Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn brodelt es. Vergangene Woche hat die stellvertretende Oberstaatsanwältin Sabine Husi gekündigt. Sie wird die Staatsanwaltschaft Ende Juli 2025 verlassen. Dem Vernehmen nach wird ihr eine Abfindung bezahlt. Husi ist in der fast hundertköpfigen Staatsanwaltschaft unter anderem zuständig für das Personal. Die Kündigung markiert das Ende einer unendlich langen Vorgeschichte von internen Konflikten und Querelen. Bereits vor mehreren Jahren wurde aufgrund der Spannungen eine Untersuchung der "Feedbackkultur" durchgeführt. Deren Ergebnisse hätten in Workshops behandelt werden sollen, die dann wegen Corona nicht stattfinden konnten. Nach der Pandemie hiess es bei der Oberstaatsanwaltschaft, die Angelegenheit sei abgeschlossen und werde nicht mehr aufgenommen. Der Konflikt  eskalierte dann trotzdem endgültig im vergangenen Frühling, als zwei Drittel der Staatsanwälte ultimativ Massnahmen gegen das schlechte Betriebsklima und eine Auseinandersetzung mit der Führungskultur verlangten. In der Folge wurde der Berner Personalfachmann Markus Zehnder von der Firma Andantis mit einer externen Untersuchung betraut. Der sogenannte "Bericht Zehnder" kam dem Vernehmen nach bereits im vergangenen Oktober zur Empfehlung an den Regierungsrat, die stellvertretende Oberstaatsanwältin nicht mehr zur Wiederwahl vorzuschlagen. Der Bericht blieb aber weiterhin unter Verschluss, die Gründe dafür sind unklar. Die spannende Frage lautet: Wird die Öffentlichkeit je erfahren, was sich seit Jahren in der Solothurner Staatsanwaltschaft abgespielt hat?

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